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SPD unterstützt Namensvorschlag für die Sekundarschule

Ratsfraktion

Foto: malala-yousafzai.com

Unsere neue Sekundarschule ist entstanden, weil alle Beteiligten – Politik, Eltern, Lehrer und Schülerinnen und Schüler - etwas „Neues“ wagen wollten.

Die Schule hat unmittelbar nach ihrer Gründung diesen „Geist des Aufbruchs, des freien Denkens und der Offenheit der Welt“ aufgenommen. Von den Schülern wird erwartet, dass sie nicht nur Wissen und Kenntnisse erwerben, sondern auch lernen, in zunehmendem Maß Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. Dies kann und soll nicht nur abstrakt und theoretisch gelernt werden, sondern wird auch im Schulalltag intensiv gelebt. Gerade für ihr soziales Engagement suchen sich die Schülerinnen und Schüler Vorbilder.

Das war der Ausgangspunkt für die Aufforderung an Lehrer und Schüler der Sekundarschule, sich über einen Namen für ihre Schule Gedanken zu machen. Nach einem langen und offenen, fairen Diskussionsprozess entschieden sie sich (gemeinsam mit den Eltern) mit großer Mehrheit für die pakistanische Kinder- und Mädchenrechtsaktivistin Malala Yousafzai.

Sie stehe für Stärke, Kraft und Mut, habe eine eigene Meinung und stehe auch zu dieser, ohne vor ihren Gegnern Angst zu haben. In jeder Beziehung stehe sie für Kinderrechte und gegen Diskriminierung.

In der Tat ist die heute 20jährige Malala eine bewundernswerte Persönlichkeit. Im Alter von 11 Jahren hatte sie begonnen, auf einer Webseite der BBC in ihrer Muttersprache Urdu über das Leben als Schülerin unter dem islamistischen Regime der Taliban zu schreiben, die jede Bildung von Mädchen verbieten wollten.

Ihr Blog wurde bald in ganz Pakistan berühmt. In Lebensgefahr geriet sie nach Aufdeckung ihres Pseudonyms, und tatsächlich wurde sie im Oktober 2012 im Schulbus von einem islamistischen Terroristen durch Kopfschüsse schwer verletzt.

Sie überlebte nur dank guter Ärzte in Pakistan und Großbritannien. Nachdem sie das Krankenhaus 2013 verlassen konnte, kämpft sie bis heute weiter, jetzt auf internationaler Ebene, für das Recht auf Bildung für Mädchen und alle Kinder. 2014 erhielt sie den Friedensnobelpreis.

Man kann also unsere Sekundarschüler*innen für diese Namenswahl nur beglückwünschen! Früher wäre man niemals auf die Idee gekommen, eine deutsche Schule nach einer ausländischen Menschenrechtsaktivistin zu benennen. Schließlich hatte man ja in den ersten Nachkriegsjahrzehnten noch die Erinnerung an „eigene“ Helden und ihren Widerstand gegen den nationalsozialistischen Terror und gab Schulen den Namen von Hans und Sophie Scholl und anderer Opfer und Helden. Von den heutigen deutschen Schüler*innen sowie Studierenden, die in friedlichen Zeiten und unter freiheitlichen Bedingungen leben, muss niemand einen lebensgefährlichen Kampf um allgemeine Bildung oder freie Meinungsäußerung führen, es kann sich also auch niemand als Held bewähren.

Es gibt also keinen Grund, auf der Suche nach echten Vorbildern nicht über die Landesgrenzen hinaus zu blicken, und in den Zeiten der Globalisierung dürfte im Einwanderungsland Deutschland eine Schule mit einer nicht-deutschen „Namenspatronin“ keinen größeren Schock hervorrufen.

„Die SPD“, so macht Dietmar Stark unmissverständlich deutlich, „wird das klare Votum der Sekundarschule für Malala Yousafzai nicht in Zweifel ziehen und schon gar nicht missachten. Es gibt auch keinen Anlass, die Entscheidung über die Namensgebung auf die lange Bank zu schieben. Außerdem wäre es ein fatales Signal, die intensiven und begründeten Gedanken unserer jungen Menschen dadurch zu konterkarieren, indem man nun händeringend nach einer Alternative sucht. Dies auch insbesondere deshalb, weil der Schulausschuss immer die Meinung vertreten hat, dass die Schule selbst über die Namensgebung entscheiden soll. Wir werden uns auch dafür einsetzen, dass Malala Yousafzai zum Verleihungsakt nach Radevormwald eingeladen wird. Wir wollen, dass sie dabei ist!"